Gemeindearchiv Klamp
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Gemeindearchiv Klamp


„Von einschneidender Bedeutung für die Schule und fürs ganze Dorf wurde der Herbst 1939 durch den Ausbruch des Krieges. Schon lange hingen Schattenwolken am politischen Himmel. In Polen wurden unsere Volksdeutschen Brüder auf grausamste Weise mißhandelt. Polen glaubte, gestärkt durch engliche Versprechungen, es wagen zu können Deutschland seine freche Stirn bieten zu können. Der Führer rief sein Volk zu den Waffen und so wurden in der Nacht vom 25. zum 26. August 1939 viele Männer aus dem Dorf zu den Waffen gerufen. Unter ihnen auch ich.“…

Max Lorenzen, Lehrer in Wentorf von 1937 bis 1947. Chronik II der Schule zu Wentorf.



„Mit dem 14. Oktober 1943 wird der Lehrer Fritz Bücker aus Preetz mit der Vertretung für den Kameraden Max Lorenzen beauftragt. Damit findet der auf die Dauer unmögliche Zustand, daß eine Frau jahrelang die Führung einer zweiklassigen Schule übernehmen muß, sein Ende. Es sei an dieser Stelle der unermüdlichen, treuen Arbeit von Frau Lorenzen - an der Heimatfront geleistet - gedacht, die nicht durch Orden und Ehrenzeichen, äußerlich sichtbar, belohnt wurde. Man wird dermal einst in kommenden Friedensjahren solche Arbeit zu werten wissen, die ausschlaggebend für ein glückliches Ende des Völkerringens an der Heimatfront gewesen ist. Aber noch tobt der Krieg! Mit seinem eisernen Rythmus zieht er seine Kreise bis in das stille Wentorf. Bei den Terrorangriffen der Briten und Amerikaner auf Kiel dröhnt das Brummen der Motoren der oft hier vorbeifliegenden Formationen bis in jedes einzelne Haus. Zwei Luftschutzbunker - an der Südseite des Spielplatzes ausgeworfen, - zeigen, wie ernst man von maßgeblicher Stelle aus die Lage beurteilt. Ein Bombensplitter durchschlägt am 14.10.42 bei nächtlichem Bombenwurf (Koppel beim Kuhteich, Scheel) das Schulfenster der 2. Klasse und schlägt ein Loch in die Wandtafel rechts vom Ofen. Oft werden die Klassen vorsorglich geräumt, wenn "Voralarm“ gegeben wird, oder das "Bellen“ der Flack verrät, daß wieder Gefahr im Verzuge ist. Nächtliche Angriffe feindlicher Bomber bewirken des öfteren eine Hinausschiebung des Unterrichtsbeginns um eine, bzw. zwei Stunden.“…

Fritz Bückner, Lehrer in Wentorf von 1943 bis 1945. Chronik II der Schule zu Wentorf.



„Anfang Mai 1945 mußten die Lehrkräfte den Unterricht einstellen. Die Tieffliegergefahr war schließlich überall auf dem Lande so drückend geworden, daß es unverantwortlich war, die Kinder auf die Straße und zur Schule zu schicken. Hinzu kam noch ein weiterer Umstand, weshalb die Schule geschlossen werden mußte: Es kamen Scharen von Flüchtlingen aus den Ostgebieten, die in der Schule untergebracht werden mußten. Beide Klassenräume, das Lehrmittelzimmer sowie der Gemeinschaftsraum wurden belegt. Außerdem auch die Stube des 2. Lehrers, beide Zimmer auf dem Boden und 2 Zimmer der Wohnung des 1. Lehrers. Es wohnten damals über 70 Personen im Schulhaus.
In diesem Wirrwarr und dieser Not kam endlich das langersehnte Ende des Krieges. Nach der Kapitulation Deutschlands wurde diese Gegend Sperrgebiet. Viele tausend Soldaten wurden hier festgehalten und warteten hier auf ihre Entlassung in die Heimat. Wentorf, Vogelsdorf, Rönfeldholz und Klamp mußten zusammen etwa 4.000 Soldaten beherbergen. Sämtliche Ställe und Scheunen der Bauern waren stark belegt. Überall sah man Zelte. An allen geschützten Stellen kochten die "Landser“ noch zusätzlich Kartoffeln und Grütze. Es war ein reges und buntes Treiben. Die sonst so ruhigen Dörfer wurden lebendig. Die Soldaten sorgten für Unterhaltung in bunter Folge. Es wurde viel getanzt und oft Varietés veranstaltet. Die Dorfbewohner nahmen an allem sehr regen Anteil. Später kamen nur Österreicher hierher und diese wurden durch Polen abgelöst. Leider wurde von den "Landsern“ viel gestohlen, vor allem Kartoffeln auf dem Felde und in den Mieten. Hühner, Enten, Gänse gingen natürlich auch mit, ja sogar Hunde waren vor den Langfingern nicht sicher.“…

Frieda Lorenzen, Schulleiterin und Lehrerin in Wentorf von September 1939 bis Mai 1945. Chronik II der Schule zu Wentorf.



„10 fielen im Krieg“


„10 fielen im Krieg“ - Schüler der Gemeinde Klamp vor ihrer Schule in Wentorf. Fotografiert und betitelt von Werner Schwabroh, Lehrer in Wentorf von 1934 bis 1939.



„Nun ist auch der II. Weltkrieg 1939-1945 beendet. Die vielen Opfer sollen hier ihr vorläufiges Denkmal finden.“

So schrieb es Frieda Lorenzen 1947 in ihrer "Geschichte der Gemeinde Klamp".
Frieda Lorenzen war Schulleiterin und Lehrerin in der Schule Wentorf von September 1939 bis Mai 1945.


Rönfeldholz


Geboren 15.03.1914, gestorben 25.08.1941
Christian Haß wurde 27 Jahre alt.

Geboren 12.11.1921, gestorben 02.11.1941
Karl Haß wurde 19 Jahre alt.

Geboren 13.01.1915, gestorben 15.10.1943
Franz Friedrich Möller wurde 28 Jahre alt.

Geboren 02.05.1917, gestorben 02.10.1946
Heinrich Möller wurde 29 Jahre alt.
(Sohn vom Bauernvogt Heinrich Möller)

Geboren 21.01.1920, gestorben in Russland
Hermann Boll
(Onkel von Brigitte)

Geboren 08.09.1914, gestorben 30.05.1942
Ernst Beck wurde 24 Jahre alt.
(Bruder von Hans Beck)

Geboren 18.08.1924, gestorben 28.04.1943
Hermann Jipp wurde 18 Jahre alt.
(Sohn vom Vogt W. Jipp)

Geboren 10.12.1920, gestorben 01.01.1944
Werner Kahl wurde 23 Jahre alt.

Geboren 21.10.1924, gestorben 22.09.1947
Reinhold Kahl 22 wurde Jahre alt.

Geboren 21.02.1918, gestorben 15.07.1942
Heinrich Rönfeldt wurde 24 Jahre alt.

Geboren 21.10.1917, gestorben 21.01.1944
Hans Rönfeldt wurde 26 Jahre alt.

Geboren 17.08.1915, gestorben 29.12.1941
Heinrich Haß wurde 26 Jahre alt.


Wentorf


Geboren 02.10.1911, gestorben 24.05.1942
Heinrich Schneider wurde 30 Jahre alt.
(Bruder von Wilhelm Schneider)

Geboren 05.04.1923, gestorben 21.08.1942
Richard Voß wurde 19 Jahre alt.
(Sohn von H. Voß)

Geboren 01.08.1918, gestorben 09.12.1942
Friedrich Knisky wurde 24 Jahre alt.

Geboren 21.02.1905, gestorben 23.02.1942
Heinrich Ehrk (gen. Meyer) wurde 37 Jahre alt.

Geboren 18.02.1906, gestorben 20.02.1945
Gustav Lilienthal wurde 39 Jahre alt.

 


Vogelsdorf


Geboren 11.07.1917, gestorben 04.09.1941
Heinrich Schlichting wurde 24 Jahre alt.

Geboren 21.01.1918, gestorben 15.04.1943
Hans Kay wurde 25 Jahre alt.
(Bruder von Karl Kay)

Geboren 05.07.1914, gestorben 01.09.1941
Heinrich Petersen wurde 27 Jahre alt.
(Bruder von Karl Petersen)

Geboren 14.05.1910, gestorben 11.06.1940
Otto Schütt wurde 30 Jahre alt.

Geboren 17.03.1897, gestorben 26.07.1944
August Kay wurde 47 Jahre alt.
(Ehemann von Marie Kay)

Geboren 07.05.1912, gestorben 21.09.1941
Ewald Meister wurde 29 Jahre alt.


Klamp


Geboren 14.07.1908, gestorben 07.07.1945
Hermann Dralle wurde 37 Jahre alt.

 


Liste ohne Fotos


Name

geboren

gestorben

Heinrich Bohnhoff15.03.191515.04.1943
Adolf Boll21.01.192028.01.1943
Wilhelm Dohrmann11.05.190122.03.1945
Otto Dohrmann26.12.190213.06.1943
Gustav DohrmannJuli 1944
Karl Ehrk03.08.190629.100.1944
Gustav Frahm15.04.190307.06.1945
Otto Ehlers27.09.192107.01.1945
Walter Jipp1945
Willi Lorenzen10.12.190421.08.1944
Adolf Peterson14.02.191308.04.1942
Gustav Rosenthal05.03.191527.02.1944
Wilhelm Schuldt16.11.191915.08.1941
Arthur Schuldt25.07.192116.09.1944
Wilhelm Petersenvermisst
Bruno Jippvermisst
Wilhelm Hempelvermisst
Friedrich Riechersvermisst
Ernst Hamannvermisst
Fritz Makobenvermisst

 


Denkmal für die Kriegstoten in Wentorf


Im Zeichen der Freiheit baut die Gemeinde Klamp für die Kämpfer und Toten des großen Krieges im Sommer 1935 ein Ehrenmal. Groß ist der Opfersinn der Bevölkerung. Sämliche Hand- und Spanndienste werden von den Gemeindeangehörigen unentgeltlich geleistet und trotzdem müssen noch ca. 1.500 RM aufgebracht werden zur Deckung der Facharbeiterlöhne und Materialkosten. Am 20. April - am Geburtstag des Führers - werden der Gemeinde die ersten Pläne unterbreitet und genau ein halbes Jahr später - am 20. Oktober - findet die feierliche Weihe des würdigen Ehrenmals statt. Ein Ehrendoppelposten der neuen Wehrmacht ist aufgezogen, die braunen Kämpfer des dritten Reichs sind zahlreich angetreten. Dies Mal wird kommenden Geschlechtern ein Zeugnis sein von deutschem Heldengeist. An dieser Stelle mag auch des Mannes gedacht werden, durch dessen vorbildlichen Opfergeist und sachkundige Initiative der Bau des Ehrenmals emöglicht wurde, des Bürgermeisters Parteigenosse Dralle auf Klamp. Das Grundstück zum Bau des Ehrenmals stellte der Bauer Riechers zur Verfügung.

Geschrieben von Wilhelm Jüppner – Schulleiter in Wentorf von 1934 bis 1937 und Ortsgruppenleiter der NSDAP Ortsgruppe Klamp
Quelle: Chronik II der Schule Wentorf 1924 bis 1974.


 

Gedenksteine WK1

Karl Scheel† 06.08.1915
Otto Seehase† 08.10.1916
Heinrich Seehase† 12.05.1915
Heinrich Hempel† 24.05.1918
Heinrich Hagedorn† 17.07.1915
Wilhelm Anders† 18.12.1915
Wilhelm Hamann† 12.08.1918
Hans Rönnfeldt† 12.05.1917
Wilhelm Rönnfeldt† 17.04.1918
Karl Petersen† 16.11.1916
August Makoben† 17.10.1916
Wilhelm Rönnfeldt† 17.10.1917
Heinrich Pries† 17.12.1914
Otto Stotteravermisst
Emil Krück† 28.05.1916
Heinrich Lau† 11.09.1914
Wilhelm Lau† 06.09.1914
Konrad Biegemann† 18.02.1915
August Jansen† 18.09.1915
Heinrich Dohrmund† 28.01.1917
Julius Riechers† 15.07.1916
Ferdinand Biegemann† 27.09.1915
Ludwig Möller† 15.07.1918
Heinrich Ehrk† 09.04.1917
 
 

Gedenktafel linke Seite WK2

Ernst Beck† 30.05.1942
Heinrich Bohnhoff† 15.04.1943
Hermann Boll† 28.01.1943
Hermann Dralle† 07.07.1943
Wilhelm Dohrmann† 22.03.1945
Otto Dohrmann† 13.06.1943
Heinrich Ehrk† 23.02.1942
Karl Ehrk† 29.10.1944
Gustav Frahm† 07.06.1945
Christian Hass† 25.08.1941
Karl Hass† 02.11.1941
Heinrich Hass† 29.12.1941
Hermann Jipp† 28.04.1943
Friedrich Knisky† 09.12.1942
August Kay† 26.07.1944
Hans Kay† 15.04.1940
Werner Kahl† 01.01.1944
Gustav Lilienthal† 20.02.1945
Willi Lorenzen† 21.08.1944
 
 
 
 
 
 
 

Gedenktafel rechte Seite WK2

Franz Möller† 15.10.1943
Ewald Meister† 21.09.1941
Heinrich Petersen† 01.09.1941
Adolf Petersen† 08.04.1942
Gustav Rosenthal† 27.02.1944
Heinrich Rönfeldt† 15.07.1942
Hans Rönfeldt† 21.01.1944
Heinrich Schneider† 24.05.1942
Wilhelm Schult† 15.08.1942
Arthur Schult† 16.09.1944
Otto Schütt† 11.06.1940
Heinrich Schlichting† 04.09.1941
Richard Voss† 21.08.1942
Ernst Hamannvermisst
Wilhelm Hempelvermisst
Bruno Jippvermisst
Fritz Makobenvermisst
Wilhelm Petersenvermisst
Heinrich Riechersvermisst